
"Da man sowieso denkt, sollte man gleich positiv denken."
Das positive Denken stellt für mich ein ganz besonderes und zentrales Thema in der Gesunderhaltung des Menschen dar. Mittlerweile existieren immer mehr Forschungen zu diesem Thema, die bestätigen können, wie wertvoll eine positive Einstellung für die Gesundheit ist. Doch wie können unsere Gedanken unsere Gesundheit beeinflussen?
Viele Philosophen waren bereits der Meinung, dass wir Menschen das sind, was wir denken und wir die Dinge, Gegebenheiten und Menschen in unser Leben ziehen, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten. Und auch heute noch gehen wir Psycho-Menschen davon aus, dass positives Sein eine Menge Auswirkungen auf das eigene Leben haben kann. Wenn Sie positiv denken, dann ziehen Sie Positives in Ihr Leben. Zudem fühlen Sie sich besser und generieren positive Emotionen, die im Weiteren dazu führen, dass Sie sich „positiv“ verhalteen, daher anderen Menschen und Situationen gegenüber wohlwollend entgegen treten. Damit kann positives Denken eine Menge in unserem Seelenleben positiv verändern und damit in vielen Bereichen Ihres Lebens – in Beziehungen, in der Familie, im Beruf – Einzug halten.
Positives Denken ist jedoch nicht so einfach. Um positiv zu denken braucht es im ersten Schritt eine gute Selbstanalyse sowie das Eingestehen eigener Schwächen. Zudem braucht es Zeit: Wenn Sie 30 Jahre Ihres Lebens dem negativen Denken gewidmet haben, kann es auch einiges an Zeit brauchen, bis Ihr Gehirn seine Umprogrammierung abgeschlossen hat – insofern ein Totalabschluss überhaupt möglich ist.
Wie das nun mit dem positiven Denken funktionieren kann und welche die für mich persönlich wichtigsten Schritte zu einer positiven Denkweise sind, möchte ich Ihnen im Folgenden auflisten.
Unser Gehirn – ein Computer!
Im Grunde ist es ganz einfach: Unser Gehirn ist wie ein Computer, der programmiert wurde – auf positives oder negatives Denken. Ein negativ programmierter Computer muss also umprogrammiert werden. So viel zur Theorie. In der Praxis hingegen bedeutet dies ein bisschen Arbeit:
1.Der erste Schritt, um positiv zu denken, ist es zu merken, dass man negativ denkt, daher analysieren und hinterfragen Sie sich selbst. Negative Gedankenmuster haben nämlich die Angewohnheit, dass sie unentdeckt und unbewusst sind und sich unbemerkt in unserem Gehirn festsetzen. Daher versuchen Sie, achtsam mit Ihnen und Ihrer Gedankenwelt umzugehen.
2.Formulieren Sie Ihr negatives Denken in positives um. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Folgende, die ich Ihnen aufliste, sind meiner Meinung nach besonders wichtig, um eine positive Einstellung zu generieren.
1. Üben Sie sich in unterschiedlichen Techniken.
Erstens stellt sich die Frage, was getan werden kann, wenn negative Gedanken aufkommen, die Sie nicht mehr haben wollem, die sich aber in Ihr Gehirn eingeprägt haben und zur Gewohnheit geworden sind? Obwohl Gewohnheiten, Glaubenssätze und Muster einen eigenen Beitrag bedürfen, können die folgenden beiden Übungen eine gute Basis und Hilfestellung sein: Versuchen Sie, Ihre Gedanken oder Ihre Gedankengänge zu unterbrechen, in dem Sie STOPP sagen. Das können Sie innerlich zu sich selbst, oder es auch laut aussprechen. Oder Sie können auch versuchen, sich Ihre negativen Gedanken in einem Luftballon vorzustellen, der immer weiter aufgeblasen wird, bis er platzt. Versuchen Sie, erfinderisch zu sein. Viele Wege führen nach Rom.
Wenn Sie es dann geschafft haben, Ihre negativen Gedanken auf die Seite zu schieben, braucht es gleichzeitig das Einprägen von positiven Gedanken. Dies kann meiner Meinung nach besonders einfach durch folgende Methoden erfolgen:
·Positive Gedanken, Sprüche & Zitate auf kleine Zettel schreiben und diese im Alltag überall verteilen.
·Positive Gedanken auf Zettel schreiben & jeden Tag einen aus dem Stapel herausziehen.
Dabei ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, dass Sie wissen, dass Sie selbst es sind, die Ihre Gedanken kontrollieren kann. Sie haben es in der Hand, wie Sie denken. Und da das, was Sie denken, bestimmt, wie Sie sich fühlen, haben Sie bis zu einem bestimmten Grad in einem erheblichen Ausmaß die Wahl, wie es Ihnen geht.
2. Konzentriere Sie sich auf Ihre Stärken.
Jeder Mensch in jedem Alter hat Eigenschaften, die liebenswert und positiv sind. Jeder Mensch hat bestimmte Talente und Einzigartigkeiten. Wichtig ist nur, dass Sie lernen, diese auch zu sehen – und zwar nicht nur bei anderen, sondern insbesondere bei sich selbst. Seien Sie achtsam und aufmerksam mit sich selbst und fragen Sie sich, was alles Gute in Ihnen steckt. Viele positive Dinge, die wir können, werden als Standard vorausgesetzt und als gegeben hin genommen – „das ist ja nicht der Rede wert!“ So – finde ich – ist das nicht ganz richtig. Denn jede Eigenschaft ist gut und wertvoll und ist es wert, von Ihnen geschätzt zu werden. Daher üben Sie sich darin, Ihren Fokus auf die guten Dinge an und in Ihnen zu lenken. Manchmal kann es sein, dass Ihnen das schwer fällt, weil Sie sich über die Jahre, Jahrzehnte oder das ganze Leben lang antrainiert haben, dass Sie nichts oder zu wenig können. Versuchen Sie, sich in einem neuen Licht zu betrachten und sich neu zu entdecken.
3. Denken Sie an das, was Sie bereits geschafft haben.
Wenn Sie immer nur daran denken, was Sie erreichen möchten und bis dato noch nicht erreicht haben, dann kann das zu Selbstablehnung führen – schließlich sind Sie ja noch nicht ansatzweise dort, wo Sie sein möchten.
Klar sind vergangene Erlebnisse und Erfolge vergangen und erreicht. Doch den Blick nur auf die Zukunft zu richten versperrt den Blick auf das Hier und Jetzt. Wenn Sie von 30 Dingen auf Ihrer To-Do-Liste 2 erledigt haben, dann freuen Sie sich über die zwei und ärgeren Sie sich nicht darüber, dass Sie 28 nicht geschafft haben.
4. Visualisieren Sie.
Machen Sie sich innerlich ein klares Bild von den Dingen, Gegebenheiten - ja sogar Menschen – die Sie sich wünschen. Das erhöht nachweislich die Wahrscheinlichkeit, dass das, was Sie sich wünschen, auch wirklich eintritt. In der Psychologie wird dieses Phänomen als die Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung bezeichnet.
Setzen Sie sich an einen Ort, an dem Sie sich wohl fühlen und Sie in Ruhe mit sich selbst sein können. Das kann in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus, bei Ihren Tieren im Freien oder irgendwo in der Natur sein. Dann schließen Sie Ihre Augen und beginnen Sie damit, sich das, was Sie sich wünschen, wie einen Film vor Ihrem inneren Auge abspielen zu lassen. Stellen Sie sich die folgenden Fragen: Was sehe ich? Wie fühlt es sich an? Was höre ich? Was spüre ich? Was schmecke ich? Seien Sie mit allen Sinnen in Ihrem eigenen Film. Mit der Zeit werden Sie merken, dass die Visualisierung immer leichter möglich wird.
5. Achten Sie auf Ihre (Körper)Sprache.
Achten Sie im Alltag auf Ihre Wortwahl sowie Ihre Körpersprache. Ich erlebte und erlebe sowohl im beruflichen, als auch im privaten Kontext immer wieder Menschen, die sich der Macht ihrer Worte nicht bewusst zu sein scheinen. Doch Worte kreieren unsere Wirklichkeit. Alles, was wir sagen, wurde zuvor gedacht. Denken ist das „innere Gespräch der Seele mit sich Selbst“ – das sagte bereits der Philosoph Platon. Denken Sie positiv, ergibt sich daraus zwangsläufig ein positiver Ausdruck in Ihrer Sprache. Sprechen Sie im Umkehrschluss positiv, beeinflusst dies auch Ihr Denken in positiver Weise.
Gleichwohl ist es mit der Körpersprache: Der Körper, unsere Gedanken und unsere Gefühle beeinflussen sich gegenseitig. Achten Sie darauf, wie Sie durch Ihr Leben gehen. Sehen Sie Menschen in ihr Gesicht? Halten Sie Augenkontakt? Lächeln Sie andere Menschen an? Gehen Sie mit aufrechter und gestraffter Körperhaltung durchs Leben? Versuchen Sie sich in einer positiven Körperhaltung zu üben. Damit generieren Sie im Umkehrschluss über den Körper positives Denken.
6. Unternehmen Sie Dinge, die Ihnen gut tun.
Überlegen Sie sich, was Sie gerne machen; was Sie gerne mehr machen würden, jedoch wenig Zeit haben und was Sie früher gerne gemacht haben und heute vielleicht nicht mehr machen. Welche Aktivitäten versetzen Sie in gute Laune? Wenn Sie Dinge machen, die Ihnen gut tun, dann fühlen Sie sich gut und denken auch positiver. Hier ein paar Ideen für angenehme Aktivitäten: lustigen Film ansehen, Bücher & Witze lesen, körperliche Aktivitäten, Pläne schmieden (Urlaub mit Partner, Freunden), Kontakt mit Tieren. Versuchen Sie, auch hier kreativ zu sein.
7. Seien Sie dankbar und freuen Sie sich über die kleinen Dinge Ihres Lebens.
Dankbar zu sein ist nicht immer einfach, insbesondere wenn man das Gefühl hat, das Glück habe einen verlassen. Trotzdem ist es meine Meinung, dass jeder Tag etwas Gutes in sich birgt und wir Menschen lediglich lernen müssen, das zu sehen. Und wenn es scheinbar doch gar nichts Gutes in Ihrem Leben gibt, dann denken Sie daran, dass Sie genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und vielleicht Menschen um sich haben, die Sie lieben. Es gibt nämlich so vieles, für das wir dankbar sein können!
Dankbarkeit ist meiner Meinung nach die intensivste Form positiven Denkens und erhellt automatisch unsere Stimmung. Machen Sie sich aus diesem Grund jeden Tag bewusst, für was Sie alles dankbar sein können. Dadurch schaffen Sie es, in Ihrem Leben zu erkennen und sich selbst daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist. Seien Sie Gott für all das Schöne in Ihrem Leben dankbar: für Ihren freien Willen; für Ihren Körper; die Tiere & die schöne Natur – für die Sonne, das Wasser, den Regen.
8. Akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können.
Viele Gegebenheiten und Situationen im Leben sind nicht änderbar. Wenn alle Versuche scheitern, eine Situation positiv zu verändern, Konflikte zu klären oder ein Ziel nur mit zu großen Belastungen zu erreichen, dann versuchen Sie, die Situation zu akzeptieren. Wenn Sie positiv denken, dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Dinge, die in Ihrem Einflussbereich liegen, die veränderbar sind, an denen Sie wachsen und sich weiterentwickeln können. Wenn Sie jedoch keinen Einfluss haben, dann versuchen Sie, die Gegebenheit zu akzeptieren. Wie ich finde, hat Eckhart Tolle den Effekt von Akzeptanz treffend formuliert: “Wenn Sie in vollständiger Akzeptanz leben, mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in Ihrem Leben.“
Und denken Sie immer daran:
Achten Sie auf Ihre Gedanken, denn sie werden zu Ihren Worten.
Achten Sie auf Ihre Worte, denn sie werden zu Ihren Taten.
Achten Sie auf Ihre Handlungen, denn sie werden zu Ihren Gewohnheiten.
Achten Sie auf Ihre Gewohnheiten, denn sie prägen Ihren Charakter.
Achten Sie auf Ihren Charakter, denn er wird zu Ihrem Leben.